Protokoll zur Versammlung der
Naturschutzwarte in Freilingen
Zeit: 6.3.2004 von 10.00 Uhr
bis 15.15 Uhr
Anwesende: Dr. Geißler
(Vorsitz), Hr. Groß (Gast), Hr. Averdung (ZV Köln), Hr .Birkenbeil (ZV
Höhr-Grenzhausen), Hr. Dickopf (ZV Selters), Hr. Eulberg (WW
Rucksackschule), Hr. Görg (ZV Daaden), Hr. Hanz (ZV Höhn), Hr. Heib
(ZV Dierdorf), Fr. Horn (ZV Neuwied),Hr. Kober (ZV Buchfinkenland),
Hr. Lechleder (ZV Hachenburg), Hr. Panthel (ZV Bad Marienberg),Hr.
Reims (ZV Bonn), Hr. Rübesam (ZV Flammersfeld), Hr. Schmitz (ZV
Buchholz) , Fr. Schultz (ZV Westerburg), Fam. Weller (ZV
Limburg-Dornburg).
Entschuldigt: Hr.
Dr.Mückschel (ZV Limburg-Weilburg), Hr. Schmidt (ZV Welschneudorf)
Herr Dr. Geißler begrüßte die
Teilnehmer, besonders den Referenten, Herrn Karl-Heinz Groß aus
Hachenburg. Die Tagesordnung wurde aus terminlichen Gründen in der
Reihenfolge umgestellt.
TOP
3:
Stellungnahme zum Raumordnungsplan
Windkraftanlagen. Nach einem kurzen Einführungsreferat legte Herr
Groß dar, dass die Effizienz der Windkraftanlagen von der Ortslage
und der dort herrschenden durchschnittlichen Windstärke abhängig
ist. Es sei sinnvoller, weniger, dafür aber effektiver arbeitende
größere Windräder - auch in kritische Regionen - zu stellen, als in
windschwachen Gebieten wenig effizient arbeitende WKA zu
installieren. Daher ist auch eine Konzentration der geplanten
Anlagen auf die Gebiete mit der größten Windhöffigkeit nicht zu
vermeiden. Die Subvention der Anlagen sollte zudem nicht allgemein,
sondern nach ihrer Leistung gestaffelt, erfolgen. Auf Anfrage
schätzt Herr Groß die Haltbarkeit der Propeller auf ca. 15 Jahre.
Und auch die Entsorgung sei gesichert. - Die Zusammenfassung seines
Referates, als auch eine Tabelle zum Ablesen der Effektivität einer
WKA mit verschieden großen Rotoren in unterschiedlicher Höhe liegt
als Anhang bei. Es entwickelte sich im Anschluss an den Vortrag eine
lebhafte Diskussion. Wenn ein verbindlicher Raumordnungsplan nicht
zustande kommt, können wegen der Privilegierung Wka dann überall
geplant du errichtet werden. Dieses ist aber zu vermeiden. Es soll
außerdem unterschieden werden zwischen unserer Stellungnahme zum
Gutachten über auszuweisende Standorte von Windkraftwerken - und
weiteren Resolutionen gegen weitere unsinnige WKA, die über die
Presse der Bevölkerung und den Politikern nahe zubringen sind.
Schließlich wurden die Vor- und Nachteile der Photovoltaik gegenüber
den Windkraftanlagen von Herrn Kerp eingehend dargestellt und
erörtert. Vor allem müsse es vermieden werden, dass die neuen
Energiegewinnungs-Techniken nur für Abschreibungsmodelle genutzt
werden.
Hr. Geißler verliest die Resolution
des Hauptvereins zu Windkraftanlagen im Westerwald. Diese wurde
bereits an die örtliche Presse weiter gegeben. Die Versammlung
beschließt schließlich einstimmig die folgende Stellungnahme der
Naturschutzwarte zum Raumordnungsplan: "Die im Entwurf ausgewiesenen
Flächen im Raum von Ransbach-Baumbach, Asbach-Buchholz und Teilen
von Hachenburg sind wegen der geringen Windhöffigkeits-Werte (von
ca. 4,5 m/s.) nicht geeignet. Wir begrüßen grundsätzlich den Einsatz
von regenerativen Energien, z.B. energetische Nutzung von Biomasse
(Holz), Photovoltaik und Windkraftanlagen. Wir fordern, bei der
Ausweisung von Flächen für die Windenergie-Nutzung die Effizienz und
Konzentration der Anlagen zu berücksichtigen.
1) Nur diejenigen Gebiete sind im
Raumordnungsplan auszuweisen, die aufgrund einer Windhöffigkeit von
mindestens 5,5 m/s. eine effiziente Stromerzeugung ermöglichen. Aus
diesem Grunde halten wir die Standorte Ransbach-Baumbach,
Asbach-Buchholz und Hachenburg für nicht geeignet.
2) Bei der Planung der
Windkraftanlagen ist eine Konzentration der Gebiete anzustreben, um
den Landschaftsverbrauch zu minimieren. Dabei sollten bestehende
Standorte absoluten Vorrang haben, soweit sie das Kriterium der
Effizienz erfüllen. Flächen, die den Windhöffigkeitswerten von
mindestens 5,5 m/s. nicht entsprechen, sollen zudem künftig nicht
erweitert werden dürfen." Herr Groß bietet eine Exkursion zu einer
WKA in Hachenburg an. Die Anwesenden stimmen zu und würden einen
Termin im Mai oder im Oktober begrüßen.
TOP2:
Hr. Dr. Geißler erläutert das neue
Landesinformationssystem OLIV in Rheinland-Pfalz (im Internet unter
www.naturschutz.rlp.de aufrufbar). Damit sollen sämtliche
Schutzgebiete, Pacht- und Ausgleichsflächen erfasst werden. Ein
Zugriff auf diese Datenbank wird unsere Gutachtertätigkeit
erleichtern, weil bei den vielen Maßnahmen ein Überblick der
überplanten Flächen inzwischen verloren gegangen ist. Herr
Buchstäber von der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises wird das
neue System auf unserer nächsten Zusammenkunft vorstellen. Die
Landwirte sind immer mehr unser "Partner" bei Naturschutz und
Landespflege. Herr Schmitz erläutert, dass die Biotopflächen seines
Vereins zum Teil von Landwirten in Lohnarbeit gepflegt werden. Hr.
Dr. Geißler erläutert zudem die verschiedenen FUL-Varianten, die
teilweise auch für die Zweigvereine interessant sein könnten. Herr
Markus Kunz aus Hachenburg ist Berater für FUL- und LEADER-
Programme. Hr. Birkenbeil ergänzt, dass bei der Pflege von
Streuobstwiesen eine fachgerechte Baumschnitt-Technik nicht mehr
vorausgesetzt werden kann. Ein guter Schnitt-Kurs wird z.B. in
Waldbreitbach angeboten. - Hr. Geißler ergänzt, dass der Verband
zentrale Ausbildungsstätten ("Akademien") aufbauen will, um den
Nachwuchs besser ausbilden zu können. Es verbleibt immer noch das
Problem, wie man ein geändertes Angebot unseres Vereins für
Jugendliche entwickeln kann. Herr Schmitz ergänzt, dass die Kids
seiner Gruppe oft schon große Terminprobleme haben und daher für
anhaltende Tätigkeit nur schwer zu gewinnen sind. Herr Eulberg trägt
Teile seines Rucksackschul-Programms vor. Dort gibt es auch Termine,
die auch junge Menschen ansprechen, wenn sich eine Veranstaltung,
wie zum Beispiel Ostereier-Suchen, einmal im Ort etabliert hat. - Im
Rahmen der Natura 2000-Gebiete wurden folgende, im Westerwald
liegende FFH-Gebiete gemeldet: Nistertal und Kroppacher Schweiz,
Feuchtgebiete und Heiden des Hohen Westerwalds, Westerwälder
Seenplatte, Oberwesterwälder Kuppenland, Unterwesterwald bei
Herschbach, Ackerflur bei Alpenrod, Brexbach- und Saynbach-Tal,
Montabaurer Höhe. - Das Kulturamt ist jetzt ein Teil des DLR , des
"Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Oberwesterwald-Osteifel".
Die Anschrift lautet weiterhin: Jahnstraße 5, 56457 Westerburg.
eMail dlr-1@dlr.rlp.de
TOP
1:
Die Fachtagung der Bundeswarte für
Naturschutz ist im letzten Jahr ausgefallen. - Im Landesverband
Hessen wurden die Zuschüsse für Wegearbeit und Gutachten um ca. 1/3
gekürzt. Die Postverteilungsstelle für die 59er-Fälle wird deshalb
zum 31. Juni geschlossen. - Ein neuer Schwerpunkt - neben dem
Eulenschutz- wird im LV Hessen die Einbeziehung von Schülern und
Schulklassen in Natur-Aktionen. - Herr Kerp stellt seinen
Nachfolger, Herrn Dickopf (ZV Selters) vor. Er wurde herzlich
Willkommen geheißen. - Das NSG "Siebengebirge" soll um einen
Rheinland-Pfälzischen Teil erweitert werden. Herr Dr. Heinen
vertritt den Westerwald-Verein in Bonn. - Das Naturdorf in
Wölferlingen ist in der Planung bisher nicht weiter gekommen, obwohl
eine Bezuschussung durch die EU bereits zugesagt ist. Es fehlt
jedoch eine konkrete Rest-Finanzierung durch die Kommunen. - Da sich
im Oberwesterwald der Schwarzstorch eingebürgert hat, soll die
Bevölkerung von uns auf diesen neuen Vertreter aufmerksam gemacht
werden. Sein Vetter, der Weiß-Storch, ist dagegen in Rheinland-Pfalz
weiterhin nicht heimisch. - Ferner ist, wenn möglich, das die
Viehweide als Biotop des Jahres 2004, sowie Zaunkönig und Weißtanne
als Vogel und Baum des Jahres bei Exkursionen vorzustellen. - Um
Wander- Wege- und Kultur- und Naturschutzwarte untereinander besser
bekannt zu machen, sollen Fachtagungen gemeinsam und zum Teil
überregional stattfinden. Am Wochenende 11 - 13. März 2005 findet
daher eine gemeinsame Tagung aller Fachwarte in Bad Marienberg
statt. Hr. Dr.Geißler verabschiedet die Wanderfreunde und wünscht
einen guten Heimweg.
zurück zum Fachbereich Naturschutz