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Protokoll der Naturschutzwarte-Tagung Oktober 2005

Zeit und Ort: 08.10.05 von 10 – 15 Uhr Hotel zur Post in 56647 Nistertal

Anwesende: Hr. Dr.Geißler (Vorsitz), Hr. Görg (ZV Daaden), Hr. Hanz (ZV Höhn),  Hr. Heib  (ZV Neuwied), Hr. Helfert (ZV Koblenz), Hr. Kerp(ZV Selters), Fr. Laurisch (ZV Selters), Hr. Panthel (ZV Bad Marienberg), Hr. Schmidt (ZV Nistertal), Fr. Schultz (ZV Westerburg), Hr.und Fr. Weller (ZV Limburg), Hr. Wilcke (ZV Merenberg).

Entschuldigt: Hr. Averdung, Hr. Birkenbeil, Hr. Dr.Mückschel, Hr. Schmidt, Hr. Schmitz.

TOP 1 und 2 wurden getauscht. Die Sitzung begann als Führung auf dem Birkenhof (Getränkevertrieb und Brennerei Klöckner), der auch überregional zu den größeren Obstbrennereien gehört.

TOP 2:  Streuobstverwertung 

Während 1 ½ Stunden wurden wir durch die Produktionsanlagen der Fa. Klöckner, Nistertal geführt und erhielten zur Obstverwertung und Brennerei eine ausführliche Einführung mit Verkostung. In der Diskussion stellte sich heraus, dass Streuobstwiesen nicht wirtschaftlich einsetzbar sind und die jährliche Obstverwertung im Westerwald problematisch ist. Zum einen gibt es jährlich unterschiedliche Mengen auf dem Markt, zum anderen muss das Obst aber möglichst sortenrein angeboten werden, um daraus ein hochwertiges Produkt in ausreichenden Mengen erzeugen zu können. Das geht überwiegend nur mit Vertrags-Landwirten oder durch Zukäufe aus großen Anbaugebieten.  Streuobstwiese-Ernten werden nur in sehr geringem Umfang (als regionale Spezialität) eingesetzt. Die Teilnehmer sind der Auffassung, dass Besichtigungen dieser Art auch für die Zweigvereine sehr wertvoll und daher empfehlenswert sind.

TOP 1:  Bericht von Tagungen 

Auf der Versammlung der Hauptnaturschutzwarte in Saalfeld wurde Herr Helmut Seitel an Stelle des ausscheidenden Verbandswartes Dr. Hermann-Josef Roth gewählt. - Herr Eugen Dieterle wurde Vizepräsident des DNR (Deutscher Naturschutz Ring) und wird sich besonders um die Aufwertung des Ehrenamts im Naturschutz bemühen. Dazu lag ein „Eckpunktpapier“ zur Diskussion in den einzelnen Gebietsvereinen vor, das teilweise verlesen wurde. – Es wird auf die Blankenburger Erklärung hingewiesen, in der das Wandern bei Kindern und Jugendlichen als gesundheitliche Maßnahme stärker gefördert werden soll.

Im LV Hessen war die Beteiligung beim Hessentag in Weilburg ein Erfolg. Besonders die Zelt-Ausstellung „Natur auf der Spur“ zog viele Neugierige an. Auch der Informationsstand des WWV wurde gut besucht. Am 02.07. feierte der LV Hessen sein 50 jähriges Bestehen in Neuweilnau. - Im Jahr 2006 sollen in Hessen verstärkt Säuberungsmaßnahmen und Neophytenbekämpfung durchgeführt werden, außerdem mehr auf die Außenwirkung der Naturschutzarbeit geachtet werden.

Hingewiesen wurde auf drei Veranstaltungen: „Natur trifft Tourismus in Gehlert, „nais-workshop“ in Wetzlar und „Kleine Katzen – große Räume“ in Fulda.

Daran schloss sich eine Diskussion über Müllsammel-Aktionen in unseren ZV an: Manche ZV lehnen diese Aktion ab. In andern ZV (z.B.Selters und Bad Marienberg) hatte man mit solchen Aktionen auch schon gute Erfolge, zudem sollte das öffentlichkeitswirksam geschehen. Durch solche Aktionen, die dann auch in der Presse vorgestellt werden , kann der Tendenz zu einer „Wegwerfgesellschaft“ entgegen gewirkt und unser Verein bekannter werden. Allgemein wurde festgestellt, dass die Müllbelastung der Landschaft in letzter Zeit abgenommen hat, außer an Parkplätzen. Die anwesenden Naturschutzwarte sind der Meinung, dass der Westerwald-Verein an Müllsammel-Aktionen teilnehmen sollte, aber nur an Wanderwegen, besonderen Biotopen und an Bachläufen.

TOP 3: Bericht der Mitarbeiter 

Herr Helfert trägt einen Begutachtungsfall aus Vallendar vor, dessen Entwicklung sehr unerfreulich ist. Die Anwesenden diskutieren sehr intensiv die sich daraus ergebenden Reaktionen. Immer stärker wird die Mithilfe von Juristen benötigt. Nach dem Stand der Sachlage wird vorgeschlagen, zum einen den Kontakt mit anderen Naturschutzverbänden zu suchen, zum anderen mit dem Vorsitzenden des Landesverbands Rheinland-Pfalz über eine Verbandsklage zu sprechen. Außerdem wird bei der nächsten Sitzung der Naturschutzwarte ein juristisches Grundlagen-Referat zu Baurecht und Vereinsrecht gewünscht. Hr. Dr.Geißler soll einen Fachmann einladen. Es soll außerdem auf Bundesebene in Erfahrung gebracht werden, in wie vielen Fällen bisher eine Verbandsklage wo,  weswegen und mit welchem Erfolg durchgeführt wurde.

Der Vorsitzende des ZV Nistertal, Herr Guido Jacobs, begrüßt die Anwesenden und auch die Vertreterin der Presse herzlich.

TOP 4: Verschiedenes

Hr. Dr. Geißler verliest eine Schreiben des DNR zur Förderung des Ehrenamtes, wobei besonders eine stärkere Beteiligung der Mitglieder in Beiräten und Initiativen wünschenswert sei. Ein weiterer Schwerpunkt sei auch das Gespräch mit Kindern und Jugendlichen, die wieder stärker an die Natur heranzuführen sind. Die gelungene Presseaktion der Gasversorgung Westerwald mit dem Leiter der WW Rucksackschule, Herrn Hermann-Josef Eulberg,  ist ein gutes Beispiel.

Zudem sollen die ZV (oder der Geschäftsführer zentral) den  umliegenden Schulen mitteilen, dass wir Hilfe bei der Durchführung von Wanderungen mit Kindern anbieten. Bei einer Vorstellung weiterer Beispiele und einer  kurzen Diskussion stellte sich heraus, dass besonders Kinder aus dem Grundschulbereich sehr aufgeschlossen für Naturerlebnis-Wanderungen sind.  Fr. Schultz berichtet von ihren durchweg positiven Erfahrungen mit Kindern einer Grundschule im Schulgarten. Alle Wanderwarte sind gut geeignet und verfügen über genügend Kenntnisse, um den Schulen zu helfen. Ergänzende Fortbildungen in pädagogischer Richtung werden für Interessenten genügend beim SGV oder SAV angeboten.

Es gibt eine Bildersammlung zum Thema WW Rucksackschule, die beim Vorstand angefordert werden kann. Ebenso gibt es eine Ausstellung zu  „Wald“ im LV Hessen. Damit kann auf Veranstaltungen, Jubiläum und ähnlichem der Naturschutz als ein wichtiges Satzungsziel dargestellt werden.

Hr. Dr. Geißler bittet die Mitglieder, in Zukunft verstärkt für eine Kandidatur im Bereich der Landespflege oder auch als Führer bei naturkundlichen Exkursionen zur Verfügung zu stehen. Dabei wurde ergänzt, dass eine angemessene Vergütung selbstverständlich sein sollte. (Ausnahme: bei Einladungen durch befreundete ZV nur Fahrtkosten-Ersatz).

Für ein Thema bei den nächsten Versammlungen wird die Besichtigung einer Holzhäcksel Anlage vorgeschlagen. Diese Art der Feuerung ist relativ neu und sollte mit seinen Vor- und Nachteilen genauer kennen gelernt werden.

Auf den neuen Regionalen Ordnungsplan Mittelrhein-Westerwald, Teilplan Windenergienutzung wird hingewiesen.

Als nächster Termin für die nächste Naturschutzwarte-Versammlung ist Juni 2006 vorgesehen. Hr. Dr.Geißler verabschiedet die Teilnehmer und wünscht eine gute Heimreise.

Montabaur, den 10.10.05

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