Protokoll zur Versammlung der
Naturschutzwarte Juni 2006
Zeit:
10.06.06 von 10.00 bis 15.00 Uhr
Ort:
Firma Mann Holzpellets GmbH in Langenbach und Jugendgästehaus in Bad
Marienberg
Teilnehmer:
Dr Geißler (Leiter), Hr und Fr. Averdung, Hr. Bietz, Hr. Birkenbeil,
Hr. Hanz, Hr. Heib,
Hr. Hofmann, Hr. Horn, Hr. Kerp, Hr. Panthel, Hr. Regneri,
Hr. Schönfelder,
Hr. Schorn, Fr. Schultz, Hr. Wilke
Entschuldigt:
Hr. Helfert, Hr. Schmidt (Welschneudorf), Fam. Weller,
TOP 1:
Die Teilnehmer
trafen sich um 10 Uhr auf dem Betriebsgelände der Firma Mann
Holzpellets. Ziel war es, alternative Energieformen kennen zulernen.
Wir erfuhren, dass in den zwei Werken Langenbach und Oberhönnefeld
etwa 50 Mio. Festmeter Holz verarbeitet werden, zum Teil sogar
Stangenholz von Straßenrändern. Während in Österreich fast 30 % der
Haushalte mit Holz als Energie-träger beheizt werden, sind es in
Deutschland gerade mal 3.8 %, also ein Wachstumsmarkt. Ein Haushalt
benötigt durchschnittlich 5 Tonnen Holzpellets jährlich, die je nach
Rindenanteil mit 3 % bis idealerweise nur 0,3 % Asche-Rückstand
verbrennen. Wichtig ist eine trockene Lagerung der Pellets bis zum
Einsatz, damit diese nicht aufquellen und zerbröseln. Der Heizwert
ist etwa halb so hoch wie der von Erdöl, der Preis dagegen pro
erzeugte KWh um 1/3 billiger. - Beim Rundgang zeigte sich, dass bei
der Pellet-Herstellung doch "Know how" gefragt ist. Die
Fabrikationsmaschinen beeindruckten genau so wie der stark
gewachsene Fuhrpark. Am Ende der sehr informativen Betriebsführung
kamen noch viele Fragen zur Installation, Leistung und Wartung der
Heizkessel im Privatbereich dazu, sodass bei den Teilnehmern die
Argumente für eine Holzheizung deutlich zugenommen haben.
TOP 2:
Nach dem
Ortswechsel in das sehr schöne Jugendgästehaus in Bad Marienberg
begrüßte Herr Dr. Georg Geißler neue Teilnehmer und berichtete über
Tagungen.
Bei der
Fachwarte-Tagung im Oktober in Daun wurde die "Landschaft" als neuer
Öffentlichkeits-Schwerpunkt bekannt gegeben. Es sollen zusammen mit
den Verwaltungen der Naturparke gemeinsame Veranstaltungen
durchgeführt werden. - Unsere Wanderverbands-Mitglieder besitzen die
"Kernkompetenz Landschaft", die sie bei Fragen zur
Landschaftserhaltung, Landespflege, aber auch bei Eingriffen in die
Landschaft und in Gewässer zum gefragten Gesprächspartner machen.
Diese Chance sollte immer genutzt werden, z.B. durch Wahl in einen
Beirat für Landespflege. Zudem ist vorgesehen, wegen der immer
komplexer werdenden Materie eine zentrale Schulung von
Naturschutzwarten, ähnlich der Wanderwarte, einzurichten.
Bei der letzten
Tagung der Hauptwarte in Hessen standen juristische und finanzielle
Fragen an. Wie das nachfolgende Zitat zeigt, können wir uns immer
seltener an den Gutachten nach § 60 beteiligen.
"Durch die immer
komplexeren Verwaltungsvorgänge und Fachverfahren ist es für Laien
und ehrenamtlich tätige Naturschützer immer schwieriger,
gerichtsfeste und erfolgreiche Stellungnahmen abzugeben, d.H. es
müssen teure Fachstellungnahmen abgegeben werden. Die Verbände
können nur noch in ausgesuchten Verfahren Stellung beziehen, allein
diese Auswahl bedeutet ein hohes Maß an Fachwissen".
Bezüglich
der Abrechnung von Naturschutzarbeit wurden folgende Punkte
geändert:
· Pauschalierte
Abrechung der Fallzahlen (ein Nachweis der Kosten muss jedoch dem
Ministerium vorgelegt werden)
· Geringere
Förderung der Gebietsvereine bei der Mitwirkung am Hessentag
· Fachwarte-Tagungen
werden durch die teilnehmenden Gebietsvereine finanziert
Die
Sitzung des Landesverbands Rheinland-Pfalz der Deutschen Gebirgs-
und Wanderverbände in Waldesch zeigte, dass die Gutachten nach § 60
(nicht mehr §59) stark zurück gehen. Auch hier wurde fest gestellt,
dass die Anforderungen an die fachlichen und juristischen Kenntnisse
sehr hoch seien und bald nicht mehr von Ehrenamtlichen alleine
geleistet werden können. Der Eifel Verein wehrt sich weiterhin stark
gegen die immer weiter zunehmenden Windkraftwerke.
TOP 3:
Bei den Berichten der Mitarbeiter nahm der Antrag auf
Genehmigung einer Golfbahn in einem Naturschutzgebiet am Wiesensee
den größten Raum ein. Herr Dr. Georg Geißler berichtete vom
Scoping-Termin, der im Anfang Mai im Hotel Lindner statt gefunden
hatte. Dort wurde von uns die durchgängige Begehbarkeit des
Wanderrundweges, auch über den neu zu errichtenden Damm gefordert.
Herr Helmut Horn erläuterte allgemein den dortigen
Vegetationsaufbau. Er ergänzte, dass der Naturschutz dort nicht
eingeschränkt werden dürfe, andererseits sollte man zulassen, dass
der Natur durch eine gelenkte Pflege geholfen werden kann. Denn der
Erholungswert dieser Zone ist durch den Bau des Golfplatzes deutlich
erhöht worden.
Hr. Robert Birkenbeil fragt nach der Menge von Dünger
nach, der auf den Flächen ausgebracht werden könnte und zu einer
Belastung des Sees würde. Herr August Heib schlägt einen Ortstermin
vor, um die Fauna und Flora des betroffenen Abschnittes zu
inspizieren. Schon öfter wurden wertvolle Naturflächen für
kurzfristige, wirtschaftlich bedingte Baumaßnahmen vergeben. Daher
soll das Gebiet bei einem Ortstermin besichtigt werden. Die
Anwesenden schlagen Samstag, den 23.Sept. 06 um 10 Uhr
Treffpunkt Parkplatz Wiesensee (bei Pottum) vor. Herr Georg Geißler
wird dazu einen Tagungsraum beschaffen und rechtzeitig einladen.
TOP 4:
Unter Verschiedenes wurde angeregt, dass eine Karte
zum Wiesensee beigefügt werden soll. Herr Kerp hat diese Karte
freundlicherweise zur Verfügung gestellt. - Die Geschäftstelle hat
noch Flyer zum 7 Seen-Weg und Wiedweg, die bei Bedarf angefordert
werden können. Für beide wurde im SWR 3 Werbung gemacht. – Herrn
Herrmann-Josef Roth, ehemaligem Hauptnaturschutzwart unseres
Vereins, wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen. Er ist seit
letztem Sommer als Verbandsfachwart Naturschutz ausgeschieden. An
seine Stelle wurde Helmut Seitel gewählt. - Die angespannte
Finanzlage unseres Vereins zwingt alle zum Sparen. Dennoch können
die halbjährlichen Treffen der Naturschutzwarte unserer Zweigvereine
wie bisher stattfinden und finanziert werden. Ein noch größerer
Teilnehmerkreis wäre dabei erfreulich.
Hr. Geißler verabschiedete die Teilnehmer und
wünschte allen einen guten Heimweg.
Montabaur, den 05.07.06
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