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Protokoll der Naturschutzwarte-Tagung am 05.09.09

Zeit und Ort: von 10.00 – 13.00 Uhr in der Geschäftsstelle in Montabaur

Anwesende: Hr. Dr.Geißler (Vorsitz), Fam. Averdung, Hr. Birkenbeil, Hr. Görg, Fr. Horn (Neuwied), Hr. Kick, Fr. Link-Winterstein, Hr. Schmidt (Höhr-Grh.), Hr. Schmitz, Hr. Regneri, Hr. Rübesam,

Entschuldigt: Wanderfreunde Hr. Eulberg, Fr. Gelhard, Hr. Heib, Hr. Hoffmann, Hr. Horn (Westerburg), Hr. Kober, Fr. Schultz, Hr. Schmidt (Welschneudorf).

TOP1 (Berichte aus den Verbänden)  

Nach der Begrüßung berichtete Herr Dr. Geißler von der Hauptwarte-Versammlung während des Deutschen Wandertags in Willingen. Wiedergewählt wurde Herr Seitel als Verbands-Naturschutzwart. Dieser beklagte, dass in den 46 Vereinszeitschriften das Thema Naturschutz von wenigen Ausnahmen abgesehen zu kurz komme. Der Naturschutz drohe immer mehr aus dem Blickwinkel der Öffentlichkeit zu geraten. – Dazu komme, dass im letzten Jahr die Mitgliederzahl deutlich geschrumpft sei.

Das neue Thema Verbandsthema heißt “Kulturlandschaft“. In den Veranstaltungen der Zweigvereine soll verdeutlicht werden, dass sich beim Wandern der Blick auch auf Naturschönheiten und Kulturdenkmäler lohnt. Daher sollen die Wanderführer zukünftig auch in diesen beiden Bereichen fortgebildet werden. - Besondere Natur/Kultur-Denkmale können mit den neuen GPS-Koordinaten genauer beschrieben und damit von anderen besser gefunden werden.

Die Initiative „Schulwandern“ scheint sich zu bewähren. Aus vielen Vereinen kommen positive Erfahrungen mit Schulklassen. Denn Schüler seien die Mitglieder von morgen. Der Verband will deshalb verstärkt Lehrer als Multiplikatoren für das „Schulwandern“ gewinnen.

Der Dachverband in  Kassel plant zudem seinen Internet-Auftritt neu, wobei der Bereich „Naturschutz“ besser dargestellt werden soll. Freiwillige Mitarbeiter sollen sich dort melden.

Der Landesverband Hessen beschäftigt sich im vergangenen Jahr intensiv mit Stellungnahmen zur Novelle des Neuen Landes-Naturschutzgesetzes und zum Ausbau des Frankfurter Flughafens. Besonders besorgt beobachtet man dort die Diskussion zur geplanten  Einschränkung des  Allgemeinen Waldbetretungs-Rechts wegen der Wegesicherungspflicht.  Der Landes-Naturschutzwart, Herr Götz, kandidierte nicht mehr. Auch seine Nachfolgerin, Frau Kettner, wird demnächst ihr Amt wieder abgeben. - Unser WWV ist durch Herrn Dr. Mückschel seit vielen Jahren erfolgreich im Landesbeirat vertreten.

Der LV Rhl.-Pf. erwirtschaftete im vergangenen Jahr zum ersten Mal einen Verlust, da die Stellungnahmen stark rückläufig und damit auch die Landeszuweisungen geringer sind. Demnächst steht eine Stellungnahme des LV zu einzelnen Möglichkeiten der Verwendung regenerativer Energieträger an. Insbesondere ist dabei an Holz- und Bioabfall-Einsatz gedacht. Im Anschluss daran wurde das Thema diskutiert. Besonders die Fachkunde der beiden Förster von Hr. Kick und Hr. Rübesam kam uns hier zugute.  Es wurde festgestellt, dass die regenerative Nutzung Holz sinnvoll ist. Die weitere Entwicklung, etwa von „Holzfarmen“ („Stangenwälder“) sollte aufmerksam verfolgt werden (z.B. Dünger- und Pestizid-Einsatz).

TOP2 (Was ist neu am neuen Bundesnaturschutzgesetz)

Herr Dr. Geißler stellte die wichtigsten Neuerungen im Gesetzestext vor. So sind die einzelnen Naturschutzgebiete nun genauer definiert, und auch der Umgang der Landwirtschaft mit den Böden genauer geregelt worden. Die Verbände erhalten jetzt ein Klagerecht gegen Planbeschlüsse. Schließlich ist an eine besondere Ausbildung von Naturschutzführern gedacht. Dazu wurde ein Skript verteilt.

TOP3 (BANU)

Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Umweltbildungsstätten. Der Verband, insbesondere der SGV und SAV planen die zentrale Fortbildung der „zertifizierten Natur- und Landschaftführer/innen“. Die einwöchige Ausbildung schließt dann mit einer Prüfung ab und führt zur Zertifizierung. Diese kann erfolgen den Bereichen Wandern, Natursport, Natur oder Kultur. Einzelheiten dazu stehen im Skript.

TOP4 (Altersstruktur unsere Mitglieder)

In unserer Runde sind viele Mitarbeiter schon 60 Jahre plus. Der Fachleiter bittet daher dringend alle Naturschutzwarte, sich rechtzeitig um ihre Nachfolger für Stellungnahmen und Naturschutzveranstaltungen zu bemühen. Auch die Rucksackschule mit Herrn Eulberg, unser langjähriges Erfolgsmodell, sollte nicht nur auf seiner Person lasten. Auch Hr. Dr. Geißler sucht aus gesundheitlichen Gründen einen Nachfolger. -  Außerdem sollten sich die Wanderfreunde der einzelnen Zweigvereine gegenseitig bei Gutachten und Exkursionen aushelfen. Die Anschriften und Tel.-Nummern dazu sind im Internet oder in der Geschäftsstelle vorhanden.

TOP5 (Verschiedenes)

zum Teil auch aus Diskussionen zu obigen Tagespunkten

Da das GPS immer stärker Verwendung findet, soll in der nächsten Naturschutzwarte-Versammlung diese Technik näher vorgestellt werden.

Bei der nächsten Sitzung des Landesverbands Rhl.-Pf. soll ein Antrag gestellt werden, bei der Novellierung des Landes-Naturschutz das bisherige Allgemeine Waldbetretungsrecht zu erhalten. Es sollte zudem sichergestellt sein, dass der Aufwand der Waldbesitzer zur Kontrolle der Wegesicherheit ein vernünftiges Maß nicht überschreitet.

Es wird darauf hingewiesen, dass ein immer größerer Teil der Wanderwege zuwachsen wird, weil die Förster das Freihalten von Wanderwegen zeitlich nicht mehr schaffen.

Der Klosterweg ist ein neuer 17 Km langer Wanderweg, der Kultur mit Wandern, den Rheinsteig mit dem Westerwald verbindet.

Der Rhein-Zeitung soll vorgeschlagen werden, eine Artikelserie über die schönsten Gärten des Westerwaldes zu erstellen. Kultur und Natur passen auch bei Gärten gut zusammen.

Zu den Erfahrungen mit Kinder-Naturschutz-Gruppen wird  von Herrn Schmitz ergänzt, dass man bei der Leitung darauf Wert legen muss, ein festes Gebäude/Hütte zu haben, um von erfolgreich und dauerhaft mit den Kindern arbeiten zu können, etwa bei schlechter Witterung.

Frau Schultz kommen die folgenden Anmerkungen (schriftlich nachgereicht):  Die Wanderung mit 4. Klassen der Grundschule sind sehr ergiebig (vor Ort Pflanzen sammeln und bestimmen, später auf Kärtchen kleben. Desgleichen ist das Sammeln und Benennen von Bodentierchen sehr interessant für Schüler). – In längeren Grundschul-Projekten wurden Getreide gesät, später, wie bei den Frühmenschen, mit Steinen gedroschen und dann gemahlen. Erfolgreich war auch das Basteln von Osterhasen aus Heu oder das Kochen von Bohnensuppe oder Marmelade, wobei man die verwendeten Pflanzen genauer vorstellt.

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© Westerwaldverein e.V., 2010