Bei Wasser & Wandern Natur erlebt ...

Angespornt von den vielen positiven Rückmeldungen, fand am 15. September 2018 eine weitere erfrischende Wanderung unter dem Motto „Wasser & Wandern“ im Herzen der Kroppacher Schweiz statt. Da wo die „Nasen wohnen“! Verena Killadt und Rainer Lemmer hatten wieder eine fantastische Route ausgesucht. Alle waren begeistert.

Wie schon zu vermuten war, würden sich aufgrund der neugierig machenden Tourenbeschreibung der Naturkundlichen Wanderung wieder viele Wanderfreunde „auf den Weg machen“. Und so kam es auch. 40 Teilnehmer*innen wollten bei bestem Wander-Wetter u. a. wissen, was es mit den NASEN auf sich hat. Warum man den Zusammenfluss von großer und kleiner Nister bei Heimborn als Deutsches Eck bezeichnet? Was verbirgt sich hinter der Zahl „750“ und wo wohnt der Grimbart? Rainer und Verena konnten natürlich kompetent und mit viel Spaß die Fragezeichen in Ausrufzeichen „umwandeln“. Nicht nur das, die Wanderer erfuhren auch einiges über das Springkraut, was sich in den letzten Jahren bei uns breit gemacht hat. Es wird vielerorts schon zur Plage und verdrängt die heimische Flora. Die Samenkapseln sind übrigens essbar und sehr schmackhaft! An einem Dachsbau, direkt am Wanderweg, berichtete Verena über den Dachs (Grimbart). Der Dachsbau entwickelt sich mit der Zeit zu einem komplexen unterirdischen Bauwerk mit weitverzweigten Gangsystemen von mehreren hundert Metern Länge. Erstaunt war man über die Information, dass ein Dachs in der Lage ist, einen Igel zu knacken, - denn: Das will schon was heißen! Am Zusammenfluss von kleiner und großer Nister bei Heimborn erklärte Rainer, der übrigens auch Mitglied in der ARGE Nister ist, wie es um die Nasen in der Nister steht. Seit 1998 hat sich der Bestand dieser Algenfressenden Fische in der Nister um geschätzte 80% reduziert und die Art ist stark gefährdet. Dies ist besonders dramatisch, da die Nasen als reine Algenfresser dazu beitragen im Ökosystem Nister das Algenwachstum massiv zu bekämpfen und somit zur Verbesserung der Wasserqualität beizutragen. Leider werden die NASEN-Bestände in der Nister durch Wasserver-schmutzung und Schadstoffeinträge sowie durch Fraßfeinde wie den Kormoran massiv bedroht. Ganz spannend war auch der Bericht über die Ameisen. Dass es drei Kategorien gibt: Arbeiter, Weibchen (Königin) und Männchen war vielen der Teilnehmer geläufig. Dass die Männchen nach der Paarung sterben, die „Arbeiter“ flügellos sind, die Weibchen nach der Paarung die Flügel abwerfen und weitere viele Details wurden von den Anwesenden staunend aufgenommen. Rainer lag besonders am Herzen, den Wanderern die „arbeitsweise“ des Borkenkäfers nahe zu bringen. Der Öffentlichkeit ist er in erster Linie durch die starken Schäden, die er anrichtet, bekannt. Im Ökosystem des Waldes spielt er aber eine wichtige Rolle. Viele weitere kleine Hinweise wurden von den Zuhörern teils verwundert, teils verblüfft registriert. Der Schluss dieser interessanten Tages-Wander-Tour bildete die sogenannte „Mobile Einkehr“. Einigen der Teilnehmer war das Team „Ehm Ahlen Backes“ schon von der 4-Tage Wanderung des Westerwald-Vereins bekannt. Die Wanderer freuten sich über Kaffee und Kuchen und natürlich über herzhaft leckere Fleischwurst. Ratzfatz war alles ausverkauft. Der Chef des Teams ließ es sich nicht nehmen, mit seiner „Knutsch“ (Akkordeon) für die musikalische Unterhaltung zu sorgen. Alle Wanderer waren wieder voll des Lobes über eine gut organisierte Wanderung und freuen sich bereits auf die nächste Tour. Vielleicht wird dies dann eine „Winter & Wandern Tour“!

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